Die Stimme einer Welt II

Buchcover: Die Unteilbarkeit der Erde, von Stephan Mögle-Stadel
Das spricht für sich! Ohne Worte!

Heute möchte ich Euch ein Buch und einen Gedanken vorstellen. Er ist schon alt, wie Berichte und die Literatur zeigen. Dennoch scheinen, wie die letzten Jahrhunderte zeigen, diese Idee, diese Vision immer wieder in eine Vergessenheit zu geraten. Offensichtlich wäre es allerdings für uns alle und damit meine ich wirklich alle und alles auf diesem Planeten und in unserem Kosmos, wenn wir diesem Gedanken einmal folgen würden.

Es ist die Idee des Welt-Bürger-Tums. Wir sind nicht einfach mehr Bürger einer Nation, sondern Bürger EINER Welt. Das Buch „Die Unteilbarkeit der Erde“ von Stephan Mögle-Stadel verfolgt diese Idee und gibt Einblicke, Ausblicke und Sichtweisen zu überdenken, die mehr als gebrauchsfähig sind – gerade jetzt!

Prof. Dr. Dr. Ossip K.Flechtheim, Begründer der Kritischen Futurologie an der Freien Universität Berlin schreibt in der Einleitung von „Die Unteilbarkeit der Erde“:

Unsere planetaren Probleme können nur ihrer Ebene entsprechend subsidiär und global gelöst werden. So entstünde ein neuartiger weltweiter Föderalismus. Ein solche Weltföderation, die auch nach mehr Bürgernähe und Demokratie, und damit nach einer stärkeren Einflußnahme von Nicht-Regierungs-Organisationen (…) verlangt, müßte überlebens-notwendigerweise mit mehr Kompetenzen ausgestattet sein als die realexistierenden ‘Vereinten Nationen’. Dazu benötigen wir Weltbürger, Menschen, welche bereit sind, die Vision von globaler Verantwortlichkeit und globaler Solidarität zu entwickeln, mehr denn je.“ (Die Unteilbarkeit der Erde 1996, S. 13) (subsidiär = größtmögliche Selbstbestimmung und Eigenverantwortung des Individuums, der Familie oder der Gemeinde) Gerade jetzt so wichtig!

Haben nicht alle Nationen der Welt dieselben Probleme? Bevölkerung? Ernährung? Wohnung? Energie? Wasser? Bildung? Arbeit? Müll? Wirtschaft? Ressourcen?

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Stephan Mögle-Stadel macht sogar darauf aufmerksam, dass „unsere Nationalstaatenpolitiker […] für die Globalen Probleme und Herausforderungen ohne welt-verfassungsrechtliches Mandat und infolgedessen im wahrsten Sinne des Wortes verantwortungslos und inkompetent [sind].“ (Die Unteilbarkeit der Erde 1996, S. 19) Manchmal denke ich, dass das gerade jetzt zu erkennen ist. Eine Bildungsform für werdende Politiker wäre also erstrebenswert. Müssen wir nicht alle unsere Berufe erlernen? Müssen wir nicht alle einen Nachweis über unsere Fähigkeiten erbringen?

Wenn wir die Welt schon im Großen nicht umfassen und uns in Nationen verlieren, was könnte uns lehren, das Große, das Ganze zu sehen? Wovon könnten wir lernen? Was ist ein föderalistischer Gedanke im Kleinen? Schauen wir uns unseren Körper und Geist an, entdecken wir ein vereinigendes und verbindendes System. Es fragt nicht, was der Unterschied ist, sondern wie können wir trotz der Unterschiede gemeinsam existieren? Wie können wir gemeinsam leben und uns gegenseitig befruchten? Wie können wir unsere Unterschiede für eine Gemeinsamkeit zu Leben erwecken?

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Der Körper und der Geist kennen Föderalismus seit Urgedenken. Die Leber kennt ihre Aufgabe im Gesamten. Der Geist kennt seine Aufgabe im Ganzen. Jedes Teil, jede Existenz in unserem Körper und Geist dient dem Gesamten. Dieses Dienen ist keine Selbstaufgabe, denn dann könnte der Körper nicht mehr existieren. Nein, dieses Dienen ist ein tuender Fluss von lebendigen Funktionen. Alles in diesem Fluss dient seiner eigenen Funktion. Je näher diese eigene Funktion zum wirkenden eigenen Selbst-Tun kommt, je mehr funktioniert das Ganze.

Die Menschheit hat sich durch mancherlei Geschehen und wissenschaftliche Entwicklungen von einem Ganzen abgehängt. Nur in wenigen Fällen erkennen wir, dass wir doch eine Menschheit, ein KörperGeist sind. Interessanterweise ganz deutlich bei Geburt und Tod.

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Der Autor von Unteilbarkeit der Erde weist mit Erich Fromm darauf hin, dass ‘es […] keinen Zweifel daran [gibt]: ‚Wir befinden uns noch immer in einer Stammesstruktur. Wir nennen sie Nationalismus. (…) Lernen wir es nicht, als der Eine Mensch in der Einen Welt zu leben, dann wird dieser Nationalismus Bedingungen und Situationen hervorbringen, die die Gefahr heraufbeschwören, daß der Mensch sich selbst zerstört.’ Vielleicht wächst erst nach einem Globalen Crash Test, d.h. wenn unsere weltweite Ego-Diktatur keine Habgier-Imaginationen und keine Sicherheits-Paranoia mehr zu verlieren hat, die fundamentale Kraft ganz Mensch(heit)lich zu werden.“ (Die Unteilbarkeit der Erde 1996, S. 21)

Gerade jetzt wäre das Erkennen eines Ganzen möglich. Ein Virus – eine Welt. Stattdessen ziehen wir Mauern hoch, machen Grenzen dicht, erschaffen Bestimmungen, die Menschen voneinander trennen und zeigen mit Fingern auf Schuldige, die wir dafürhalten, ohne jemals dies beweisen zu können. Eine „Sicherheits-Paranoia“ par excellence.

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Absolute Sicherheit?

Blitzt aber nicht hier mitten in dieser „Sicherheits-Paranoia“ eine neue Chance für die Idee eines Welt-Bürger-Tums auf? Die Chance einer demokratischen Weltregierung, in der die demokratischen Nationen mit ihren Eigenarten ein großes Ganzes bilden, das ein tuendes Dienen für alle mit allem durch alle in allem ist?

Ist das nicht die Vorstellung des „Ewigen Friedens“, von dem Kant schon 1796 schrieb?

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Dieser Gedanke lebte weiter in Schriften auch von Größen wie Schiller, Goethe, Herder und Humboldt. „Zum Weltbürger werden heißt, sich mit den großen Menschheitsfragen auseinanderzusetzen: sich um Frieden, Gerechtigkeit, um den Austausch der Kulturen, andere Geschlechterverhältnisse oder eine andere Beziehung zur Natur zu bemühen.“ (Humboldt, Welche Bedeutung hat das Humboldt´sche Erbe für unsere Zeit?)

Mit welcher Berechtigung wird eine gerechte und friedliche Aus-ein-ander-setzung vermieden? Was ist, wenn eine Politik erlebt, dass sie allein stehen bleibt, während die Gemeinschaft der Menschen sich für-ein-ander entscheiden, statt gegen-ein-ander?

Von einem jeden Menschen hängt dies ab. Jeder Mensch entscheidet sich Minute für Minute für ein Mit-ein-ander oder Gegen-ein-ander. Frieden entsteht nur auf eine Art!

Peter Ustinov, Schriftsteller, Schauspieler, Präsident der Bewegung der Weltföderalisten, und Sonderbotschafter des Un-Kinderhilfswerks legt in der Einleitung weiter dar:

„Das logische Ziel für die Menschheit in der Erhaltung ihrer traditionellen Identitäten ist mit Sicherheit Föderalismus. Er bedeutet kulturellen Stolz ohne nationale Arroganz, Vielfalt ohne Furcht vor Imperialismus und Achtung gegenüber allen Menschen. Das ist eine etwas andere Art zu sagen: ‘Friede’.“ (Die Unteilbarkeit der Erde 1996, S. 17)

Achtung vor allen Menschen bedeutet, ein-ander zuhören, mit-ein-ander reden. Menschen als …. zu betiteln, ist kein Mit-ein-ander, sondern ein Gegen-ein-ander!

Irgendwie scheint nun auch nach Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte die Menschheit immer noch nicht reif für ein Mit-ein-ander zu sein. Dennoch ist gerade jetzt und gerade hier wieder einmal eine Möglichkeit in der Geschichte der Menschheit, diese Vision wieder ins Licht zu heben. Als 1948 die UN gegründet wurde, wurde dieses Geschehen von dem ersten Weltbürger Garry Davis begleitet.

Eine Erde. Weltbürger Für Menschenrechte (WFM)
weltdemokratie.de

Achtung vor allen Menschen. Egal, was sie denken, glauben, hoffen, meinen. Sie sind Menschen mit dem gleichen Recht auf Leben geboren wie ein jedes Menschenkind. Schuldige zu finden für Antworten, die ein jeder eigentlich nur für sich selbst beantworten kann, ist ein Armutszeugnis an Intelligenz, Herz und Tatkraft.

Dies scheint gerade mehr der Fall zu sein als zu glauben ist. Jede Nation kämpft gegen etwas an, was nicht notwendig wäre. Ein Kontinent wie Afrika kennt das Virus, aber die Todesfälle des Virus Covid-19 sind gering, auch wenn fast kein Afrikaner geimpft ist. Nicht nur, weil diese Staaten kein Geld für den Impfstoff haben oder keine Ärzte, die die Fälle diagnostizieren (im Übrigen ähnlich wie bei uns – welcher Covid-19 Patient sieht bei uns einen Arzt in Quarantäne?), sondern auch, weil wir hier als der reiche Westen die Substanzen aufkaufen. Gleicher Mensch und gleicher Planet?

Der Planet Erde - Astronomie Lexikon - Sonnen-Sturm.info
Eine Erde. Eine Welt. Ein Planet. Ein Kosmos.

Vielleicht existiert in Afrika auch Dank alter heilender Medizin eines „kleinen Medizinmannes/Medizinfrau“ ein Überwinden der Erkrankung? Ist das, was wir hier machen, wirklich und wahrhaftig NOT – WEND-ig? Gibt es hier eine Not, die zu wenden wäre? Gibt es nicht eher eine Not, die wirklich zu wenden wäre?

„Denn wir, die bislang kosmo-politisch entmachteten Bürger dieser Erde, sind es, die in dem drohenden Systemkollaps einer planetaren verantwortungslosen Inter-Nationalität sterben müßten, wenn es nicht gelingt zuvor noch eine alternative und zukunftsweisende Organisation unserer Staatenwelt als Weltbundesstaat zu etablieren.“ (Die Unteilbarkeit der Erde 1996, S. 26)

75. Jahrestag des ersten Atombombenabwurfs auf Hiroshima
Wer oder was starb in Hiroshima? Menschen wie du und ich.

Nämlich die Not, dass wir Menschen, Menschen als Menschen missachten? Dass wir Menschen in Klassensysteme pressen? Dass wir Menschen immer noch nicht bewusst erfasst und erkannt haben, dass wir als Menschen, als ein Individuum unsere Verantwortung für uns selber tragen? Dass wir diese Verantwortung am besten tragen lernen, wenn wir selbst auf die Suche nach der Antwort ganz eng bei uns selbst anfangen? Nicht beim Nachbarn. Nicht beim Arbeitskollegen. Nicht beim Nächsten. Sondern immer wieder neu bei uns selbst!

Individuum | Kunst skizzen, Illustration, Zeichnungen
Individuum!

Muss es erst zu diesem Elend kommen bevor wir verstehen, dass wir alle auf dem gleichen Planeten sitzen? Einem Planeten, der das zeigt, was wir gestalten? Einem Planeten, der so gutmütig zu uns ist, dass er immer wieder gesunden und damit auch wir gesunden können, wenn wir ihn und uns nur lassen würden?

„Für die Realisation der Begriffe Globale Gewaltenteilung, Weltfrieden, Weltbürgertum, Weltparlament, Weltföderalismus, Weltverfassung, Weltrechtsstaatlichkeit, Weltparlament, Weltpolizei etc. sind wir alle mitverantwortlich.“ (Die Unteilbarkeit der Erde 1996, S. 26)

Derzeit sind wir auf dem besten Wege das große WIR einer einzigen Menschheit in tausenden von Stücken zu zerschlagen. Das Ergebnis könnte uns unsere Geschichte mehrfach zeigen. Aber auch hier ist es scheinbar so, als gäbe es keine Geschichte und keinen Untergang von Kulturen und Zivilisationen und auch keine Kriege, die entstanden sind durch das Zerschlagen von einem WIR.

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Heute möchte ich enden mit „Aurelio Peccei, […] ehemaliger Chefmanager des Fiat-Konzerns: […] ‚Wie könnte ich irgend etwas anderes tun, wenn ich meine Kinder und Enkel ansehe?‘ Alle Weltbürger könnten es aus dieser Perspektive sehen, tun es aber nicht. Das ist der Unterschied zwischen Peccei und den anderen, seine Sorge gilt der ganzen Menschheit.“ (Die Unteilbarkeit der Erde 1996, S. 24)

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Aurelio Peccei

Übrigens einem Dalai-Lama auch und ich hoffe noch vielen weiteren Menschen!

„Es gibt kein bestimmtes Muster oder Modell, nach dem sich alle Geschichte entwickeln muß. Ihr Verlauf wird von der Natur des kollektiven Karmas der Lebewesen in dem besonderen geschichtlichen Abschnitt bestimmt.“ (Chang 1989, S. 12)

Wir sind die Gestalter und Gestalterinnen dieser unserer Welt. Was für eine Welt wollen wir? Lassen Sie uns gemeinsam eine Welt gestalten, die wirklich die Menschen als Menschen achtet. Lassen Sie uns gemeinsam eine Welt gestalten, die eine Menschheit ist, die ein Wir für eine Erde, einen Planeten, für eine Welt leben.

Literaturverzeichnis

Chang, Garma C. C. (1989): Die buddhistische Lehre von der Ganzheit des Seins. Das holistische Weltbild der buddhistischen Philosophie. Bern: O. W. Barth Verlag.

Die Unteilbarkeit der Erde. Globale Krise, Weltbürgertum & Weltföderation ; eine Antwort an den Club of Rome (1996). Unter Mitarbeit von Stephan Mögle-Stadel. Bonn: Bouvier.

Der Verlust der analogen Welt – 1G, 2G, 3G, 4G, 5G!

5g Internet Vernetzung In Der Stadt Stadtbild Und ...

Irgendwie scheine ich in einer auf den Kopf gestellten Welt gelandet zu sein. In einem Café werde ich nach 3G gefragt. In der Landesbibliothek kann ich ein Buch nur dann abholen, wenn ich 3G habe, auch wenn es nur zwei Minuten dauert. Bei der Volkshochschule wird ein 3G gefordert, wenn ich einen Kurs besuchen möchte. Die Welt fordert bereits ein 5G oder sogar 1G. Was bedeutet dies? Was machen wir hier?

Züge fahren in viele Richtungen. Die Insassen wechseln.

Als vor 80 Jahren eine Vernichtungsmaschinerie ihr Werk begann, konnte der einfache Mensch auf der Straße dies alles nicht so nachverfolgen, was da geschah. Irgendwann jedoch sah sich jeder einzelne Mensch einer Frage ausgesetzt: Was machst DU jetzt?

Plötzlich sollte die Mutter dem Kind verbieten, dass es in der Schule neben dem anderen Kind sitzt, das das Makel hatte. Plötzlich sollte ein Vater einer Organisation beitreten, sonst verlor er seine Arbeit. Plötzlich sollte eine Großmutter zeigen, wer ihre Großmutter und ihr Großvater war. Plötzlich war die Welt auf den Kopf gestellt und ein jeder Mensch war mittendrin und es wurden Entscheidungen von ihm verlangt. Manches Mal war die Entscheidung nicht offensichtlich, denn es gab ja eine Verordnung, die sagte, was der einzelne Mensch zu tun hatte. Auf die Verordnung konnte sich der Einzelne zurückziehen. Die Verordnung versetzte den Einzelnen in die Lage, sich auf der richtigen und gerechten Seite zu befinden. Nicht selber denken, keine Verantwortung übernehmen, die Verordnung kennt die Antwort. Die Welt stand Kopf und keiner sah es.

Was wäre, wenn wir heute nach so vielen Jahren und drei Generationen, das Wort „jüdisch/nicht jüdisch“ ersetzen durch „digital/nicht digital“? Wenn wir es ersetzen durch „geimpft/nicht geimpft“, durch „liberaler Muslim/Fundamentalist“, durch Israeli/Palästinenser“, durch „Türke/Kurde“, durch „Bürger/Rebell“, durch „evangelisch/katholisch“, durch „Ire/Engländer“, durch „Deutsche/Ausländer“ …?

Diese Liste ist unendlich lang. Doch, die Frage ist: Welche Strukturen ermöglichen derartige bis zu Kriegen führende Situationen in einer Gesellschaft? Wie ist es möglich, dass Menschen sich in derartige Lebenssituationen bringen? Wie kann es zu derartigen Verhaltensmustern kommen?

Wie kann es sein, dass in einem demokratischen Land einem Bürger das Recht auf Bildung durch den Ausschluss aus der Bibliothek verweigert wird, weil er kein 3G hat? Wo ist der Gleichbehandlungsgrundsatz unseres Grundgesetzes geblieben? Wie ist es möglich, dass sich Menschen einer Gesellschaft, einer Familie, eines Landes, einer Welt vorgeben lassen, wie viele G´s sie brauchen, um an Bildung teilzunehmen, während das Kaufen nicht den G´s unterliegt?

Umsetzung des Berliner Bildungsprogramms und der Kinderrechte

Wie kann es sein, dass sich eine gebildete demokratische Gesellschaft, und ich denke, dass behaupten wir von uns, plötzlich Zwänge ausübt? Wenn DU nicht wenigstens ein G hast, kommst DU hier nicht rein!

Der Ausspruch von Nena, als sie jetzt ihre Konzerttour für 2022 absagte: „Alle Menschen sind mir willkommen“, ist gelebte gebildete Demokratie.

Artikel 3 des Grundgesetzes: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“ Wenn ein Gesetz beschlossen wird, dass diese Grundlage aufhebt, entsteht ein Dilemma, „einen Fangschluß der Logik, der einen Gegner so zwischen zwei gleich unangenehme Behauptungen stellt, daß er sich für eine entscheiden muß“.

Welche Logik können wir nun anwenden, um den Schaden so gering wie möglich zu halten? Die Antworten der letzten eineinhalb Jahre ist es offensichtlich nicht. Die Relationen wurden deutlich fehlerhaft gesetzt mit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen, die noch unübersehbar sind.

Raul Hilberg beantwortet einiger dieser Fragen in seinem Buch „Die Vernichtung der Europäischen Juden“ von 1961, das erst 1982 ins Deutsche übertragen wurde.

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Raul Hilberg, Die Vernichtung der Europäischen Juden

Er stellt sich genau diese Fragen. Er sucht menschliche Strukturen, die in das Verhalten von Menschen einfließen, die Menschen voneinander trennen, weil der eine dies ist und der andere das.

Eine seiner Antworten greife ich heraus. Es ist die Tätigkeit eines bürokratischen Apparates. Das Tun von administrativen Maßnahmen. Er schreibt, dass alles mit einem Gesetz beginnt, dem Durchführungsverordnungen folgen, die öffentliche Bekanntmachungen zur Folge haben.

Technische Regeln
Auf allen Ebenen inzwischen anzutreffen. Digita macht es möglich.

Dies ist eine Struktur, die in den Ländern besonders Fuß fassen kann, in der eine Verwaltungsebene schon lange Bestand hat. In Deutschland gibt es durch das Preußentum eine derartige gute Verwaltung. D.h. wir können ein Gesetz verabschieden im Bundesrat, das dann in geordneter Struktur seinen Weg bis zum einzelnen Menschen im Land findet. Dabei gibt es schriftliche Richtlinien, die allen zur Verfügung stehen, aber es gibt auch schriftliche Verordnungen, die nicht jeder zu sehen bekommt. Die Verordnung eines Krankenhauses oder einer Schule und deren Instruktion von der Gesundheitsbehörde oder Schulaufsichtsbehörde bekommt der Patient und die Elternschaft in der Regel nicht direkt zu sehen. Zu sehen, bekommt der einzelne Mensch, die Verordnungsvorschrift, die ihm sagt, was er nun zu tun habe.

Auf den ersten Blick scheint dies ein gelungenes Mittel zu sein, Menschen im Frieden zu halten und in diesem jetzigen Fall Gesundheit zu bewahren. In Ländern, wo die administrative Bürokratie nicht so funktioniert, treten viel schneller Störungen im gesellschaftlichen Leben auf. Doch, welche unsichtbare Gefahren lauern hier?

Eine Verwaltung, die die Menschen kontrolliert, bedarf erstens eines wachsenden Verwaltungsapparates

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und zweitens bedarf es Mittel, die Kontrolle durchführen zu können. Wenn wir jetzt auf das Geschehen der letzten Monate zurückgreifen, so können wir genau verfolgen, was geschah.

Ein Gesetz- das Infektionsschutzgesetz-wurde verändert als neues Infektionsschutzgesetz in die Gesellschaft gesetzt. Im Rahmen dieses Gesetzes entstanden die entsprechenden Verordnungen, die jeder aktuell nachlesen konnte, ob nun in der Tagespresse oder im Internet. Die Verordnungen wurden von einer Macht, der Polizei, kontrolliert. Die Gesetzgebung verhängte Strafen, die umgesetzt wurden. Als Mittel zur Überprüfung

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Der Müllberg, der hier produziert wird, ist unübertroffen. Wer macht hier Gewinne?

wurden Testverfahren, Impfstoffe und Zahlen wie Inzidenzwerte geschaffen, die es erlauben, die Struktur aufrecht zu erhalten. D.h. eines griff in das andere.

Die Struktur hatte wieder einmal zugepackt und wieder erkennt die Menschheit nicht, was sie tut.

Als Jugendliche habe ich mich immer wieder gefragt, wie war es möglich, dass eine derartige Vernichtung stattfinden konnte. Dieser Vernichtung fielen ja nicht nur „Juden“ zum Opfer, sondern auch politische, religiöse und ethische Gruppen, die sich teils im Widerstand formierten. Die berühmteste Gruppe war die Studentengruppe um die Geschwister Scholl „die weiße Rose“.

Geschwister Scholl. Sie starben mit 22 und 25 Jahren. Sie wurden enthauptet.

Nach Hitlers Machtübernahme 1933 gelang es den Nationalsozialisten mit brutalen Methoden sehr bald, die politischen Gegner in Deutschland „auszuschalten“. Andersdenkende wurden auf verschiedene Weise mundtot gemacht. … Es zeigt, dass einige tausend Menschen nicht nur anständig geblieben waren, sondern auch mutig dem Regime aktiv die Stirn boten. Freilich bildeten sie eine verschwindende Minderheit in der deutschen Bevölkerung. Sofern nicht ohnehin Parteinahme oder mindestens Sympathie für den Nationalsozialismus vorherrschten, bestimmten politische Resignation und Anpassung das Verhältnis der Deutschen zum nationalsozialistischen Regime.“

Als Philosophin denke ich, dass das Wichtigste ist, das, was wir tun können, wenn wir sehen, dass die Verwaltung des Bundeskanzleramtes wachsen soll, dass die Militärausgaben immer noch mehr als die Hälfte größer sind als die Bildungs-und Forschungsausgaben, dass den Menschen Distanz als Sicherheit eingeredet wird und somit der Austausch untereinander sich immer mehr entfernt, dass wir uns die Fragen stellen: Was passiert hier wirklich? Wer nutzt die Situation der Menschheit jetzt in dieser einmaligen Weltsituation aus? Was für einen Nutzen hat dies für wen? Was macht das mit unserem Leben? Welche Konsequenzen tragen unsere Kinder und jungen Erwachsenen? Welche Folgen nehmen wir hin? Was geschieht mit der beschädigten Kulturwelt, mit der aufgehobenen Versammlungsfreiheit, mit dem Ausnahmezustand, mit einem Gesetz, das jederzeit demokratische Grundrechte beschneiden kann, mit den emotionalen, pädagogischen und wirtschaftlichen Auswirkungen? Welche Wissenschaft findet Gehör, welche nicht? Auch dieser Fragekatalog kann unendlich weiterfragen.

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Bildung ist nicht nur Wissen, sondern auch Sozialität!
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Forschung auch von Krankheiten!

Als buddhistische Philosophin empfinde ich diese Fragen als Ausgangspunkt einer Selbstreflektion. Wie und wo stehe ich ganz persönlich als Mensch in diesem Geschehen? Was mache ich noch mit und wo hört es auf? Als ich am Montag ein Buch aus der Landesbibliothek abholen wollte und mir gesagt wurde, dass ich ein 3G brauche, habe ich die Welt nicht mehr verstanden. Ein Buch ausleihen, dauert 3-5 Minuten, je nachdem, ob ich noch ein paar Worte mit dem Bibliothekar wechsle oder nicht. Ein Aufenthalt im Supermarkt dauert mindestens 10 Minuten und dort sind mit Sicherheit viel mehr Menschen als in der Landesbibliothek, aber dort fragt mich niemand nach 3G. Welche Logik liegt hier zugrunde?

Als ich eine Zusatzvereinbarung von der Volkshochschule als Dozentin bekam, in der ich bestätigen sollte, dass ich die Teilnehmenden auf 3G überprüfe und dafür sogar 2 Euro pro Häkchen erhalte, fand ich mich wieder in dieser Frage: Wo stehst du und wofür stehst du?

Meine Entscheidung klärte sich mit dem weiteren Lesen des Buches von Raul Hilberg und mit der Meditation Zazen, die mir den leeren intuitiven Raum immer wieder neu öffnet, der die Antwort kennt, ohne dass ich darüber nachdenken muss.

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So schrieb ich zurück, dass ich auf keinen Fall eine derartige Vereinbarung unterschreibe und es nicht meine Aufgabe sei, die Entscheidung über den gesundheitlichen Zustand eines Menschen zu hinterfragen. Ich frage ja auch nicht nach Aids, Ebola, Hepatitis oder andere Erkrankungen wie Diabetes, dem jedes Jahr mehr Menschen zum Opfer fallen. Wer ist hier der Gewinner? Wer ist hier der Verlierer? Außerdem ließe ich mich nicht kaufen und für derartige Dienste auch noch bezahlen.

Noch leben wir in einer Demokratie und ich hoffe, dass dies auch noch lange der Fall ist.

Kubinaut Willkommen
Das sagt alles, oder?

Wenn der Staat die Impflicht nicht für notwendig hält, dann ist in einem demokratischen Staat der Weg offen für ein Ja oder Nein mit der Akzeptanz aller. Wenn jetzt Verwaltung überhaupt in Erwägung zieht, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall von Covid ohne Impfung einzustellen oder sich das 3G durch Testverfahren bezahlen lässt, so ist dies ein nicht demokratischer Akt, der hier an dieser Stelle auch offen so benannt wird. Er verletzt das Gleichbehandlungsprinzip massiv. Der Staat räumt uns die Freiwilligkeit ein, weil er weiß um die nicht abgeschlossene Forschung dieser eingesetzten Stoffe, die übrigens keine Impftechnik im gewohnten Maß ist, sondern eine gentechnische Maßnahme.

Mit einer solchen Freiwilligkeit geht auch die Konsequenz einher, keine Menschen mit Sondernmaßnahmen zu strafen, die nicht gerechtfertigt sind. Zu derartigen ungerechtfertigten Maßnahmen gehören auch Androhungen, die Stelle zu verlieren, wenn man sich nicht impfen lässt, wie das Verbot Cafés oder Kulturstätten zu besuchen. Die Welt besteht nicht aus 3G, sondern die Welt mit den mehr als 7 Milliarden Menschen ist eine Vielfalt, eine Buntheit, die weder durch 1G noch 5G begrenzbar ist.

Weltbevölkerung steigt: Neujahr schon 7,2 Mrd. Menschen

Jeder Mensch ist eine analoge vielfältige Welt. Gehen Sie über kleine Seitenwege im Wald und Sie entdecken Ihre Vielfalt im: über umgestürzte Bäume klettern, sich unter Zweigen hinwegducken, in ein Schlammloch treten, dem Gewirr der Insekten zuhören, die kleine Raupe an der Distel sehen, den Geruch frischer Pilze riechen.

Waldwege Foto & Bild | jahreszeiten, herbst, brocken ...
Ganz ohne Überlegen, Denken, Vorstellen setzen ihre Füsse die Schritte, bewegt sich der Körper durch die Hindernisse. Das ist Weisheit. Was hindert uns ihr zu vertrauen?

Dies alles reduzieren zu wollen auf eine digitale überprüfbare Welt löst eine Verkümmerung von Menschlichkeit aus. Der Mensch ist kein Bogen Papier in der Verwaltung, auf dem sein Name steht. Er ist lebendig. Er ist ein Wesen. Jeder, der einmal erlebt hat, wie ein Medizinischer Dienst mit dem zu Überprüfenden spricht und umgeht, weiß, wovon ich hier spreche. Das Grundgesetz der Würde wird hier in massivster Weise verletzt. Jeder Haken, jeder Buchstabe einer Verordnung bedeutet eine Auswirkung auf Menschen und ihr Leben. Wahrhaftig jeder!

Landkreis Lüneburg - Bildungspaket-Formulare
Das ist nicht nur Papier!

Das ist nicht nur Papier. Antworten sind jedoch so reich wie die Menschheit: Es gibt nicht immer nur eine Lösung, sondern der Berg der Alternativen ist unermesslich; sogar verwaltungstechnisch. Am Ende einer jeder Leistung steht ein Mensch, auf beiden Seiten!

Als Zen-Buddhistin sehe ich hier eine verdeckte Gier, eine Blindheit und einen Hass wachsen, der der Menschlichkeit nicht gut tut. Daher bitte ich darum, sich immer wieder der Welt der Fragen zu stellen und diese Fragen auch öffentlich zu formulieren. Das ist gelebte Demokratie. Tun wir es einfach, denn tun wir es nicht, hat die Gier, die Blindheit und der Hass die Chance ungehindert zu wachsen, wo wir doch alle lieber im inneren und äußeren Frieden leben wollen.

Doch der Friede entsteht nicht dort draußen, sondern die analoge Welt eines jeden einzelnen Menschen ist der Ort, der den Frieden reifen lässt und von dort geht er in die Welt und in die Herzen der Menschen.

Der große grönländische Schamane Angaangaq sagt: Schmelzt das Eis in euren Herzen!

Angaangaq: Schmelzt das Eis in euren Herzen!. Kösel-Verlag ...
Sehr zu empfehlen.

Vergesst niemals, dass jede Maßnahme, der ihr zustimmt, Auswirkungen hat, nicht nur auf das Andere und den Anderen, sondern auch auf dich selbst.

Seine Mutter sagte zu ihm: „Nur indem wir das Eis in den Herzen des Menschen schmelzen, hat der Mensch die Chance, sich zu ändern und sein Wissen weise anzuwenden.“

Tun wir es einfach!

„Die vier Tugenden eines Bodhisattva“ Dienstag, den 12.05.2020

Ein Bodhisattva ist ein Mensch, der sich zur Aufgabe gemacht hat, andere Menschen zu begleiten bis sie das vollständige Verstehen ergreifen. Bodhisattvas unterstützen. Sie schubsen. Sie hören zu. Sie schimpfen. Sie loben. Sie schweigen. Sie sprechen. Sie sind da. Dabei halten sie sich an die Regeln eines Bodhisattva: 1. Geben. 2. Liebevolle Worte. 3. Hilfreich handeln. 4. Mit anderen gut zusammenarbeiten.

Bodhisattva Avalokitesvara des unbegrenzten Mitgefühls
„„Die vier Tugenden eines Bodhisattva“ Dienstag, den 12.05.2020“ weiterlesen