Im Tunnel der Alternativlosigkeit ­von Dr. Christoph Quarch

Ich möchte mit Euch diesen wunderbaren Beitrag teilen. Dr. Christoph Quarch ist selbstständiger Philosoph. Seine Gedanken zur Alternativlosigkeit des derzeitigen Politischen sind einfach wunderbar klar formuliert. Er hat mir erlaubt, seine Zeilen hier abzubilden. Herzlichen Dank.

Dr. phil. Christoph Quarch - Autor Redner Sinnstifter ...
Dr. Christoph Quarch

Mit dem neuen Infektionsschutzgesetz begibt sich Deutschland auf einen heiklen Weg, Dr. Christoph Quarch

Am 21. April 2021 hat der Deutsche Bundestag eine Neufassung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen. Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist es, mit einer bundesweiten „Notbremse“ die sogenannte „dritte Welle“ der Covid-Pandemie in Deutschland einzudämmen. Schon im Vorfeld wurden zahlreiche rechtliche und politische Einwände gegen die Gesetzesvorlage vorgebracht, selbst im Bundeskanzleramt wurden zahlreiche Bedenken laut. Ebenso wenig wie die Androhung einer Verfassungsklage seitens der Freien Demokraten hat all das die Fraktionen der Regierungsparteien davon abgehalten, dem Gesetz zuzustimmen und damit einer nie da gewesenen Zentralisierung der deutschen Politik den Weg zu bereiten. So alternativlos scheint das Diktat der Pandemie, dass man bereit ist, zu ihrer Bekämpfung das Föderalismusprinzip außer Kraft zu setzen und damit den wichtigsten und bewährtesten konstitutionellen Pfeiler der Bundesrepublik Deutschland zu beschädigen.

Warum sind die Regierungsparteien bereit, einen so hohen Preis für den Infektionsschutz zu zahlen? Warum sind die Regierenden nicht länger willens, alternative Wege wie in Tübingen oder im Saarland zu dulden? Weil sie dem Diktat eines Denkens erlegen sind, das ihnen fälschlicherweise suggeriert, der von ihnen eingeschlagene Weg sei alternativlos.

Den Begriff der Alternativlosigkeit politisch hoffähig gemacht, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel. Wiederholt hat sie ihn verwendet, um den von ihr propagierten Weg der Pandemiebekämpfung zu rechtfertigen. Die Gefahr, der sie damit unsere Demokratie ausgesetzt hat, scheint sie nicht zu sehen. Das ist insofern verständlich, als sie an der Oberfläche des politischen Alltags kaum sichtbar ist. Gerade da aber liegt das Problem. Denn das Diktat eines in Kategorien der Alternativlosigkeit denkenden Mindsets bereitet unmerklich und untergründig einen Weg zur Diktatur. Er lässt das Fundament der Demokratie langsam erodieren, indem es den Freiraum des Politischen verengt. Dort, im Freiraum des Politischen wirkt Alternativlosigkeit wie ein Nervengift. Und da keine Demokratie ohne den Raum des Politischen denkbar ist, sagt man nicht zu viel, wenn man den Mindset der Alternativlosigkeit als Gefahr auf die demokratische Kultur entlarvt.

Der Raum des Politischen ist ein offener und unberechenbarer Raum. Es ist der Raum, in dem Wertkonflikte gewaltfrei ausgetragen werden. So wäre es der Raum des Politischen, indem während der Covid-Pandemie darum gerungen werden müsste, welche Ziele die Regierungspolitik verfolgen und welchen Werten sie genügen soll. Er wäre der Ort für Debatten zu Fragen wie diesen: Ist der höchste Werte des Gemeinwesens der unbedingte Erhalt jedes einzelnen Menschenlebens – und ist die Minimalisierung von pandemiebedingten Sterbefällen deshalb das oberste Ziel aller politischen Interventionen? Oder ist die Bildung der Jugend als Garant seiner Zukunft der höchste Wert des Gemeinwesens – und die Aufrechterhaltung des Schul- und Hochschulbetriebs das vordringlichste Ziel der Covid-Maßnahmen? – Um nur einen möglichen Diskurs zu skizzieren, der dringend geführt werden müsste.
Denn beide Sichtweisen sind gut begründet, beide sind mit der Verfassung kompatibel – und nicht nur sie. Auch die Bewahrung der Kulturlandschaft, der Wirtschaft oder des sozialen Friedens wären Werte, die mit dem des unbedingten Erhalts von Leben begründet konkurrieren dürften. Doch findet eine Wertediskurs über die Ziele der Pandemie-Eindämmung nicht statt. Die regierungsseitig vertretene Auslegung bedient ausschließlich eine nicht weiter infrage zustellende Wertsetzung: Leben muss erhalten und Triage-Entscheidungen in Kliniken müssen vermieden werden. Ist diese Zielsetzung erst einmal durchgesetzt und dem öffentlichen Diskurs entzogen, dann ist der Weg für das Konzept Alternativlosigkeit bereitet. Nun erscheint es nicht nur akzeptabel, sondern sinnvoll – sinnvoll nach Maßgabe eines nicht mehr infrage gestellten Ziels, dem alle politischen Interventionen als Mittel zum Zweck dienen müssen.

Dadurch ist der Keim zur Diktatur gelegt: Nicht eine Person übt sie aus, sondern eine dem Raum des Politischen entzogene Zielsetzung – eine Zielsetzung, deren vermeintlich unbedingte Geltung ihre Alleinherrschaft begründet und die ihr dienlichen Mittel dekretiert. Denn gesetzt, das Ziel steht unbeirrbar fest, dann stellt sich in jeder konkreten Entscheidungssituation lediglich die eine Frage: Welche konkrete Maßnahme dient dem Ziel am besten, am effizientesten, am schnellsten, am dauerhaftesten? Solche Fragen zu entscheiden, erfordert nicht länger den offenen Raum des Politischen, in dem Bürger um Werte und Ziele ringen. Sie zu entscheiden, delegiert man an Experten bzw. Ingenieure und deren instrumentelle Vernunft, kraft derer sie die angezeigten Maßnahmen be- oder errechnen können. In der Welt des Rechnens bzw. der Berechnungen ist kein Platz für das Politische. Anders als in der politischen Welt der Werte, die um die Kategorien angemessener oder unangemessener kreist, herrschen im Raum des Rechnens die Kategorien richtig und falsch – und die Kategorie alternativlos.

Hier verweise ich auf meinen Blog „Wirklichkeit und Wahrscheinlichkeit„.

Wenn es darum geht, die Funktion einer Maschine aufrechtzuerhalten, dann mag es nach eingehenden Berechnungen auf der Grundlage aller verfügbaren Informationen alternativlos erscheinen, sich für eine Maßnahme zu entscheiden. Wenn ein Chirurg eine Operation durchführt, dann mag es nach Maßgabe derer Zielsetzung alternativlose Optionen geben. Und wenn ein Unternehmen seinen Purpose darin erkannt hat, seinen Profit zu maximieren, kann Alternativlosigkeit bei Börsentransaktionen eine sinnvolle Kategorie sein. Es ist verführerisch, diese Denkweise in die Politik zu übertragen, denn sie entlastet die Politiker von der Verantwortung, für Werte und Ziele einzustehen und verspricht ihnen zudem eine Festigung ihrer Macht: Denn wenn die Diktatur der dem Diskurs entzogenen Ziele errichtet ist, wird es dem politischen Gegner schwer, Widerstand zu leisten; weil der Raum des Politischen geschwunden und durch Expertise und Kalkül dominiert wird. Wohin das führt, lässt sich inzwischen absehen: Da das Kalkül von intelligenten Maschinen sehr viel besser exekutiert werden kann als von wertbehafteten Menschen, steht zu erwarten, dass in der Diktatur der unhinterfragten Ziele der Raum des Politischen dadurch schwindet, dass er durch Computer verbaut wird – oder durch Experten. So oder so hört er auf zu existieren. Und mit ihm schwinden Demokratie, Freiheit, Gemeinsinn und der menschliche Diskurs.  

Wer wissen will, wie ein politisches Gebilde aussieht, in dem das Politische eliminiert wurde, der werfe einen Blick auf die Volksrepublik China. Gewiss, solange die demokratischen Institutionen in unserem Land noch intakt sind und der Rechtsstaat funktioniert, sind wir weit von der Dystopie einer Sinisierung Deutschlands entfernt. Doch man täusche sich nicht. Die deutsche Geschichte hat den Nachweis erbracht, dass die Erosion des Politischen in den Köpfen beginnt: dort, wo das Denken aufhört und die Ziele des politischen Handelns nicht mehr zur Diskussion gestellt werden. Wer Alternativlosigkeit als politische Kategorie verwendet, hat den ersten Schritt in den Tunnel getan. Das neue Infektionsschutzgesetz vollzieht den zweiten. Seien wir wachsam…

Was für eine Welt wollen wir? Über die große und die kleine Welt.

In der Regel denken wir bei dem Wort „Welt“ an diese große alles umfassende Welt. Die Welt, die unsere Erde bildet und den gesamten Kosmos mit all seinen Sonnensystemen und Planeten. Die Welt als das Universum. Dazu gehört der Mensch, die Tiere, die Pflanzen, die Atome und der Stuhl, auf dem wir sitzen.

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Wann sehen wir welches Universum?

Doch machen wir das Wort „Welt“ einmal so klein wie wir es können. Da ist die Welt unserer Familie, die Welt unserer Arbeit, die Welt der Nachbarschaft, die Welt, in der wir einkaufen gehen und leben. Jetzt machen wir die Welt noch kleiner. Die Welt unserer Familie besteht aus Menschen, Dingen und lebendigem Tun. Es werden Verhältnisse geschaffen. Die Beziehung zwischen Mann und Frau, zwischen Mutter und Vater, zwischen Eltern und Kindern. Das heißt, selbst, wenn wir die Welt ganz klein machen, ist sie schon sehr reich an Geschehnissen und sehr reich an den unterschiedlichsten Beziehungen. Wenn wir dies auf die große Welt übertragen, können wir uns vorstellen wie komplex und vielfältig diese Welt ist.

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Dieses Buch kann ich nur empfehlen, um die Ehrfurcht vor der Größe unseres Körpers und Geistes in Anätzen zu erfassen. Ein unglaubliches Buch. Danke.

Doch wir gehen noch einen Schritt weiter. Wir machen die Welt noch kleiner und offensichtlich geht der Welt, auch wenn wir sie kleiner machen, nichts verloren, sondern im Gegenteil, sie öffnet uns die Augen, wir sehen plötzlich wie reich, vielfältig und komplex sie ist. Durch das Kleiner-machen der Welt begreifen wir die Zusammenhänge in dieser Welt irgendwie eindeutiger. Wir machen die Welt also noch kleiner. Wir nehmen also nur einen einzigen Menschen in dieser Familie heraus. Unser Selbst.

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Die immer wieder neuen Facetten eines Selbst!

Unser Selbst ist eine Welt. Es ist ein Universum. Wir haben einen Körper, der uns tagtäglich daran erinnert, dass wir essen und trinken, dass wir schlafen und dass wir uns bewegen müssen. Müssen, nicht im Sinne eines Zwanges, sondern der Körper signalisiert es uns. Wir bekommen ein Hungergefühl, verspüren eine Müdigkeit. Manchmal sind diese Gefühle nicht so ganz richtig und wir essen oder trinken etwas, das uns nicht bekommt. Manchmal ignorieren wir das Gefühl der Müdigkeit und arbeiten oder feiern weiter bis in die Morgenstunden. Manchmal nehmen wir sogar eine Pille ein, damit wir es bis zum Schluss aushalten, bis das Projekt abgeschlossen ist oder die Feier beendet ist. Was wir hier im Kleinen an einer Person erkennen, geschieht offensichtlich in der großen Welt auch. Manchmal isst die Welt zu viel der Rohstoffe und bemerkt nicht, dass es ihr nicht guttut. Manchmal schläft die Welt ihre Müdigkeit nicht aus, sondern puscht sich mit elektronischen Welten, die ja jederzeit unbegrenzt alles möglich zu machen scheinen. Auch diese Aufputschpille bekommt der großen Welt nicht gut, weil sie sich um Energiefragen sorgt.

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Ich kenne es nicht, hört sich aber gut an.

Das heißt, der Rückschritt auf unsere kleine Welt – dieser einzelne Mensch als Welt zeigt uns deutlich wie die große Welt funktioniert. Gehen wir also weiter in dieser kleinen Welt des einzelnen Menschen. Er hat tatsächlich so etwas wie Geist, denn diese kleine Welt kann denken, kann etwas ins Bewusstsein heben. Diese kleine Welt kann auch empfinden. Der Neurophysiologe Antonio Damasio stellt ganz klar fest: „Im Falle der Gefühle sind die Objekte und Ereignisse, die den Vorgang auslösen, innerhalb des Körpers und nicht außerhalb seiner Grenzen.“ (Damasio 2003, S. 110) „Wie faszinierend, dass Gefühle vom Zustand des Lebens in den Tiefen unseres Organismus zeugen!“ (Damasio 2003, S. 165)

Diese kleine Welt, das Sein eines Lebens, ein menschliches Sein, ein menschliches Leben, ein menschlicher Körper und Geist ist also wahrhaftig eine Welt. Sie verfügt über Tiefen, in denen etwas entsteht. Nicht nur Gefühle und Emotionen, sondern eben auch Gedanken.

Damasio: „Sobald wir uns eine Idee von einem bestimmten Objekt machen, [können] [wir, E.W.] eine Idee von der Idee machen und eine Idee von der Idee von der Idee und so fort. All diese Ideenbildung findet auf der Geist-Seite der Substanz statt, die aus heutiger Sicht weitgehend mit dem Gehirn-Geist-Bereich des Organismus gleichgesetzt werden kann.“ (Damasio 2003, S. 250)

Antonio Damasio, Neurophysiologe, Portugal

Wir wissen aus der Physik, dass unser Körper aus Molekülen und Atomen besteht. Dies macht sich die Biologie und die Medizin/Molekularmedizin zu nutzen. Sie entwickeln z.B. Methoden, diese Moleküle/Atome zu verändern und sie für Behandlungszwecke/Gen-Manipulation/ zu nutzen. (https://www.welt.de/gesundheit/article7175834/Nanopartikel-Maechtige-Waffen-gegen-den-Krebs.html)

Diese kleine Welt als Person als Mensch verfügt somit über alles, was es in der großen Welt auch zu geben scheint. Sie hat riesige Welten in Form von atomaren Welten. Sie hat riesige Mengen an Vorgängen, die in den Tiefen des menschlichen Körper-Geistes zu Empfindungen, Gefühlen und Gedanken führen.

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Gedanken und Gefühle einer Welt!

Diese Gedanken bestimmen wiederum die Welt direkt vor mir. Baue ich das Auto so oder lieber so? Kaufe ich dies oder lieber das ein? All diese dann im Außen sichtbaren Entscheidungen der großen Welt entstehen also irgendwie vorher schon in dieser kleinen Welt.

Beide Welten verfügen so über eine fast nicht mehr bemerkbare Verknotung, (im Buddhismus nennt man das- wechselseitige Abhängigkeit) dass wir Menschen immer nur die eine Welt sehen, die so groß und mächtig vor uns steht. Die kleine Welt, die jedoch eigentlich der Auslöser für diese Welt ist, übersehen wir, lernen wir nicht beobachten. Biologen beobachten nur einen kleinen Ausschnitt. Der Mediziner nimmt nur das kranke Organ. Der Virologe nur das kleine Teil, das krank oder gesund macht. (Ja, Viren können auch helfen, Krankheiten zu bekämpfen. https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/phagen-bakterien-forschung-1.4558487?reduced=true)

Der Ökonom zeigt Wirtschaftswege unter finanzieller Verlust-und Gewinnserie auf.  Der Politiker sieht sich als Redner und Entscheider einer Gesellschaft. Keiner betrachtet diese Welt als Ganzes.

Die Ganze Welt In Meinen Händen Stockbild - Bild von ...
Das ist so wahr. Wir halten nicht nur sprichwörtlich die Welt in den Händen, sondern unsere Hände sind die Gestalter dieser Welt. Die Hände sind Körper und Geist – eine kleine Welt, die die große Welt bedeutet.

Die kleine Welt als Mensch und Person kann gar nicht anders. Jeder Mensch sieht seine eigene kleine Welt als sich selbst sofort, wenn ein Teil ausfällt, wenn ein Teil plötzlich nicht mehr funktioniert. Jeder Mensch ist darauf angewiesen, dass sein Körper und sein Geist vollständig in ihrer Funktion sind, sonst leidet der Mensch Schmerzen, erkrankt oder gerät in eine psychische Krise.

Übertragen wir dies auf die große Welt. Wenn die große Welt ihre Funktionen nicht vollständig erkennt, bekommt sie Schmerzen und wird krank. Genau dies scheint jetzt der Fall mehr als deutlich zu sein. Manche Erkrankungen schwären in der kleinen Welt stumm vor sich bis sie explodieren. Ist nicht gerade so etwas in der großen Welt passiert? Legt ein Virus, ein so kleines Wesen, dass die Größe eines Nano-partikels hat, nicht genau den Finger in die Wunden einer zivilisierten Gesellschaft?

Genau dort, wo Menschen wie Tiere zusammenleben, infizieren sich mehr Menschen. Genau dort, wo Tiere in Massen hingerichtet werden, infizieren sich Tiere und Menschen. Genau dort, wo Flüchtlinge zusammenkommen in Notunterkünften oder als Obdachlose auf der Straße infizieren sich viele Menschen. Warum schauen wir nicht auf die Wunde, sondern immer nur auf den Finger? Ist nicht die Wunde, die heil werden muss, um den gesamten Organismus, die ganze Welt gesunden zu lassen?

Nur eine kleine Wunde. Wer oder was heilt sie wirklich?

Die kleine Welt weiß darum. Sie weiß, dass sie gesundet, wenn sie dem Organismus das zukommen lässt, was er braucht. Zum Beispiel gesunden Schlaf, eine geregelte Arbeitszeit, ein Spaziergang in der frischen Luft, ein Besuch bei Freunden oder bei der Familie, ein Essen und Trinken in Maßen. Ein berühmtes Beispiel ist Immanuel Kant, der große deutsche Philosoph. Er wollte unbedingt seine wichtigen Bücher schreiben. Was tat er? Er führte in seinem fortgeschrittenen Alter einen genau strukturierten Tagesablauf ein und es gelang ihm, seine Bücher zu schreiben. In der alltäglichen Frau erzählt die junge Frau mir von dem Abgang des Embryos. Die Mediziner hatten schon den Termin für die Ausschabung. Die junge Frau geht nach Hause, beginnt nachzufühlen, stellt fest: „einen Augenblick mal“. Sie vertraut sich und der Abort gelingt körperlich-geistig ganz von allein. Es ist keine Operation mehr notwendig. Sie sagt: Es braucht doch einfach seine Zeit.

Was tut die große Welt? Sie richtet sich nicht nach den Wunden, sondern sie will die Finger bezwingen, die die Wunden reißen. Doch die kleine Welt als Mensch weiß, dass wir die Finger nicht verhindern können. Das Auto fährt gegen den Baum, warum und weshalb auch immer und plötzlich ist der geliebte Mensch nicht mehr da. Das Virus ist da. Die Krebszelle hat sich im Bauch festgesetzt und vermehrt sich. Der geliebte Mensch oder ich selbst muss über das Sterben und den Tod nachdenken. Die Versicherung bezahlt kein Geld, obwohl die Brandursache klar ist. Der einzelne Mensch weiß, dass er die Finger nicht aufhalten kann. Sie treffen ihn, ob er das will oder nicht.

Aber, er weiß, dass er die Wunden, die daraus entstehen, gesunden lassen kann. Das Leben läuft ohne den Geliebten weiter. Die Versicherung zahlt nach Rechtsstreit. Die kleine Welt tut, was zu tun ist. Sie packt die Wunde an und hadert nicht mit dem Finger. Die große Welt derzeit scheint nur noch auf die Finger zu gucken und vergisst die Wunden total.

Aber die Wunde ist das, was zu Gesunden ist. Die Wunde, die die Vernichtung von Rohstoffen in der Welt bedeutet. Was tun wir, um die Rohstoffe dort zu lassen, wo sie sind? Die Wunde der Massentierhaltung und die Vernichtung von Urwäldern. Was tun wir, um dies zu verändern? Die Wunde der Kriege, an der Waffenindustrien verdienen und Menschen in die Flucht bringen. Was tun wir, um dies zu wandeln? Die Wunde von diktatorischen Ansätzen, die die kleine Welt als einzelne Menschheit unterdrücken und in eine Sichtbarkeit zehren, die auf Daten beruht. Was tun wir für eine demokratische weltbürgerliche Gesellschaft? Die Wunde von Billigarbeitern und modernem Sklaventum in Form von Zeitarbeitsfirmen, wo es doch um Menschen geht, die so sind wie wir?

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Die kleine Welt als Mensch weiß um die Gesundung der eigenen Wunden. Der Körper, wenn wir ihn lassen, übernimmt die Gesundung sogar ganz allein. In der kleinen Welt nennen wir dies Selbstheilungskräfte. (https://www.tcmklinik.de/therapien.html) In der großen Welt nennen wir es Permakultur. (www.perma-kultur-partner.de)

Wenn wir die kleine Welt als Basis jeder Welt nehmen, lernen wir daher nicht nur die kleine Welt von innen und außen, Körper und Geist in all seinem universellen Reichtum begreifen, sondern wir begreifen die große Welt auch.

Daher ist das Üben der Meditation des Zazen/ die Kontemplation so wertvoll. Wir lernen Körper und Geist, wir lernen diese kleine Welt zu beobachten und sie gesunden zu lassen. Wir greifen nicht ein, sondern lassen es geschehen. Wir schaffen in der kleinen Welt keine Gesetze, die ihr die Luft zum Atmen nimmt. Setzten wir in der kleinen Welt eine Maske auf, leider tun dies viele, so könnten wir nicht sehen, was sich in der kleinen Welt tut. Wir würden ihr die Lebensbedingung nehmen, denn sie braucht die Luft zum Atmen. Sie braucht das Sehen, um zu erkennen und zu erfahren. Die kleine Welt als einzelner Mensch als Körper-Geist erschafft keine Gesetze, die ihr verbieten, Körper und Geist zusammen anzugreifen und zu bearbeiten, um zu gesunden.

Problem mit Körperhaltung - Buddhaland - Ein Forum für ...
Körper und Geist in das Gleichmaß bringen. Gesundheit ist Gleichmaß. Im Kleinen wie im Großen. Jedes Ungleichgewicht schadet dem gesunden ganzen Raum.

Eine Reduzierung eines Weltproblems auf eine nationale Größe erschafft keine Lösung für eine Welt-Zivilisation, sondern erhöht die Anzahl der Probleme der Welt über die Dimension. Ein weltliches Problem kann nur gesunden, wenn der ganze Körper und der ganze Geist dieser Welt, egal ob in der kleinen oder in der großen Welt gemeinsam daran schaffen, d.h. Wo ist Frieden? Wo ist Hass und Blind-Sein genau hier in dieser kleinen Welt? Erforsche ich dies, weiß ich wie es in der großen Welt funktioniert.

Vereinzelung, so wie Distanz schafft keine Lösungen, sondern untermauert sie, festigt sie. Wenn jeder einzelne Mensch auf dieser Welt begreift, versteht, erkennt, erfährt, dass seine Gesundung die Gesundung der großen Welt ist, dann braucht es keine Masken, keine Distanz, sondern dann braucht es Angesicht zu Angesicht und Nähe.

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Und oh Wunder: Was ist das?

Wenn die einzelnen kleinen Welten zu einer Welt geworden sind, wie Körper und Geist gemeinsam in einem Menschen, dann steht eine Welt auf, die von „compassion“ getragen ist. In einer solchen Welt gibt es keinen Ausschluss, weil bereits alles dazu gehört. In einer solchen Welt gibt es das Bemühen ein Gleichgewicht zu halten.

In einer solchen Welt greift nicht die Angst, sondern in einer solchen Welt greift das Mitgefühl, das Für-ein-ander-da-sein. Da ist nicht Nation, sondern Universum. Da ist nicht Ich-allein, sondern Wir-zusammen. Da ist nicht Bestrafung, sondern Freiheit. Da ist nicht Eingesperrt-sein, sondern Freiraum. Für eine solche Welt wie die kleine Welt, die der großen Welt zeigen kann, was Gesund-sein heißt, werbe ich, weil ich diese kleine Welt mit ihrem unendlichen Reichtum so liebe.

Europäische Werte - TeamFreiheit.info - Humanistischer ...
Die Basis die kleine Welt – ein Mensch – sein menschliches Denken. Ich ergänze – das ganze menschliche Sein.

Literaturverzeichnis

Damasio, Antonio R. (2003): Der Spinoza-Effekt. Wie Gefühle unser Leben bestimmen. München: List.

Donnerstag, den 16. April 2020 „Von Gewohnheiten, die zur Realität werden“

Eines Tages verletzte sich ein Mann an seinem Bein. Er musste nun mit einer Krücke gehen.

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Die Krücke war ihm sehr von Nutzen, sowohl beim Gehen als auch für andere Zwecke. Er brachte seiner ganzen Familie bei, Krücken zu benutzen, und sie wurden Bestandteil des täglichen Lebens. Jedermann wollte eine Krücke haben. Manche waren aus Elfenbein geschnitzt, andere mit Gold verziert.

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