Wohlstandsgesellschaft und Weisheit

Irgendwie begegnete mir in der letzten Zeit immer wieder das Wort „Wohlstandsgesellschaft“.

Supermarkt, Stände, Kühler, Markt, Lebensmittel, Frisch
Essen im Wohlstand.

Gerade jetzt in einer Zeit, in der eine Angst vor der Pandemie Wache hält, fällt vielen Menschen hier gar nicht auf, was es bedeutet in einer Wohlstandsgesellschaft zu leben und welche Auswirkungen unser aller Tun auf nicht wohl stehende Gesellschaften hat. Was heißt eigentlich „Wohlstandsgesellschaft“?

Obsthändler, Dharwad, Indien, Markt, Verkauf, Obst
Essen ist Arbeit!

In meiner Kindheit, ich bin jetzt 60 Jahre alt, wurde ich im Ruhrpott groß. Meine Mutter wohnte mit uns drei Kindern (mein Vater verstarb früh) in einer Wohnung, die keine Zentralheizung kannte und auch keine angeschlossene Kanalisation. Unsere Toilette war ein Plumpsklo in der Nähe des Gartens. Im sogenannten Badezimmer gab es ein Waschbecken mit kaltem Wasser. Die Badewanne hatte einen Heizkessel, der mit Holz, bei uns in der Regel mit Kohle beheizt werden musste, um baden gehen zu können.

Hölzerne Kompost Toilette - Lizenzfrei Toilette Stock-Foto
Auch ein Plumpsklo kann sauber und ordentlich sein.

Dies ist gerade 60 Jahre her. In diesen 60 Jahren hat sich unsere Welt mehr verändert als je zuvor. Wir haben eine Welt geschaffen, die fiktional aus Zahlenfolgen besteht. Die Heizung wird programmiert. Das Auto wird programmiert. Die Hörgeräte werden programmiert. Der Arbeitstakt wird durch Controlling programmiert. Überall definieren Zahlen unsere Welt.

In meiner Kindheit gab es nicht einmal ein Telefon im Haus. Erst als ich 12 Jahre alt war, also Mitte der 70-er Jahre erhielten wir ein eigenes Telefon. Bis dahin mussten wir in eine Telefonzelle gehen, wenn wir anrufen wollten. Interessanterweise wollte das keiner. Es wurde wirklich nur im Notfall benutzt. Wenn wir Oma und Opa besuchen wollten in Düsseldorf wurde kurz von der Telefonzelle durchgeläutet oder schnell eine Karte geschrieben. Es gab keine O/1 – Folgen. Die Maschinen waren analog gesteuert, d.h. es konnten unendlich viele verschiedene Wertigkeiten entstehen. In der digitalen Welt entstehen sogenannte Teilmengen. Die Ausgangsmenge wird reduziert, auf dass, was wirklich gebraucht wird. Dabei entsteht jedoch immer die Frage: Wer oder was entscheidet, was gebraucht und was nicht gebraucht wird?

Wir bekamen ein Fernsehen ebenfalls Mitte der 70-Jahre. Ich verbrachte also eine Kindheit ohne beständige Erreichbarkeit, ohne „die Sendung mit der Maus, ohne Krümmelmonster, ohne Logo“. War dies eine einfache Kindheit oder eine schwere Kindheit? Was haben wir bloß den ganzen Tag gemacht? Was machten wir, wenn wir aus der Schule kamen? Wie verabredeten wir uns ohne Telefon? Wie ging das überhaupt?

Heute in unserer jetzt über die Jahre erarbeiteten „Wohl-stands-gesellschaft“ können sich die nachfolgenden Generationen gar nicht mehr vorstellen, kein Badezimmer, und sei es auch noch so klein, zur Verfügung zu haben. Die ganze Pandemie hätte anders gelöst werden müssen, wenn es die digitale Welt nicht gäbe. Wäre es nicht einmal ein Gedankenspiel wert, sich vorzustellen, wie eine Schule, eine Arbeitswelt, eine Lebenswelt sich gestaltet ohne digitale Welt? Was könnten wir von dieser Idee lernen und mitnehmen als einen möglichen alternativen Lösungsansatz für derartige Problemfelder?

Die „wohl stehende Gesellschaft“ steht für eine Gesellschaft, die es geschafft hat, einer Gesellschaft, der es gut geht, einer Gesellschaft, die es möglichst jedem ermöglicht, sein Leben in Freiheit zu leben. So scheint es uns zu sein. Doch, dieser Begriff „wohl stehende Gesellschaft“ kann auch anders aufgefasst werden. Ein Computer kann dies nicht lesen. Er liest immer dasselbe. Wohl stehende Gesellschaft. Doch, machen wir eine kleine Veränderung. Wir zeichnen es einmal so: die wohl stehende Gesellschaft? Hier schwingt eine Idee mit hinein, die sich fragt: Steht sie wirklich? Ist sie wirklich gut dastehend? Steht sie wirklich wohl? Es kommt so ein kleiner Zweifel mit hinein.  Ist dies nicht ab und zu berechtigt?

Mann, Nachdenken, Gedanken, Skulptur, Sommer, Gesicht
Ist Zweifel nicht ein Anfang?

Denn in dieser wohl stehenden Gesellschaft wird nicht hinterfragt, worauf sich dieser Wohlstand baut, wo er herkommt, was wir tun, damit es so ist? Doch, es kommt noch ein Fakt hinzu, der total vergessen, ausgeblendet wird.

Dazu eine Geschichte. Vor ca. drei Jahren standen morgens plötzlich drei Männer in meiner Haustür. Wir wohnten gerade zwei Jahre in Rödental in unserer alten Dame, so nenne ich liebevoll unser 110 Jahre altes Haus. Ich schaute sie fragend an. Der eine Mann kam von der Telekom und war so eine Art Abteilungsleiter. Der zweite Mann kam auch von der Telekom und war Techniker. Der dritte Mann war ein Nachbar, der vier Häuser weiter auf der anderen Straßenseite wohnte. Meine Frage logisch: Was ist los? Wie kann ich ihnen helfen? Der Telekom-Mann, der mir übrigens einen Ausweis zeigen konnte und einen Auftragsbeleg hinhielt, erklärte, dass in unserem Haus ein Verteiler für Kabel der Post wären. Wenn ich ihn und den Techniker nicht ins Haus ließ, könnte mein Nachbar keinen eigenen Internet-Anschluss erhalten. Begreifen Sie, was ich hier erzähle. Dies ist so geschehen. Und der Telekom-Mann sagte, dass es hier noch leicht wäre den Anschluss ausfindig zu machen. Es gäbe Regionen in Deutschland, da müssten sie lange suchen, bis sie den richtigen Verteiler finden würden. Ja, und dann gäbe es natürlich noch das Problem, das ich sie gar nicht ins Haus lassen müsste. So gäbe es auch etliche Klagen von Menschen, die jedoch auch gerne ihren eigenen Internet-Anschluss haben wollten.

Diese ganze Digitalisierungs-Welle vergisst das Fundament. Jetzt stellt sich die Frage: Wer vergisst wirklich das Fundament? Unsere Basis? Ist das Fundament nicht unsere Menschlichkeit? Ist das Mensch-Sein nicht das erste, was uns begegnet? Ist nicht das Mensch-Sein unser aller verbindendes Element? Wo ist es geblieben? Wer beachtet es noch? Wie steht der Mensch wohl in seiner eigenen Gesellschaft? Steht der Mensch wirklich wohl in seiner menschlichen Gesellschaft?

Holzhaus, Strand, Holzbohlen, Sand, Fundament
Ohne Fundament keine Festigkeit, keine Stabilität, keine Haltbarkeit.

Herrmann von Keyserling, ein Philosoph und Autor war Gründer der Schule der Weisheit in Wiesbaden. Er schrieb das Buch „Wiedergeburt“. Vielleicht sollten wir uns genau an der Stelle, an der wir jetzt sind, genau fragen: Ist uns das Fundament unseres Daseins noch wichtig? Hat es noch einen Wert, der beachtet werden sollte? Ist uns als Mensch die Menschlichkeit wichtiger als anderes oder ist uns eine Technik, die unsere Welt in Teilmengen auflöst wichtiger?

Herrmann von Keyserling

Wir könnten uns aus Weisheit zu einer Art Wiedergeburt entscheiden, die Herrmann von Keyserling so beschreibt: „Das eigentliche Problem dieser Zeit [werde] seiner Lösung zugeführt. Dieses ist, wie ich wieder und wieder gezeigt habe, kein intellektuelles, sondern ein vitales. Das aber andererseits nur vom Geist her zu lösen gelingt.“ (Keyserling 1927, S. 9)

Er schlägt uns also vor, ein lebendiges, ein „vitales“ als Lösung zu nehmen. Eine Aufgabe, die er sagt, die nur mit einem Geist zu lösen ist. Wo geht unser menschlicher Geist hin? Lassen wir ihn in den Tiefen von Zahlen untergehen? Vergessen wir unseren menschlichen Geist, der die Weisheit des ganzen Lebens bereits kennt? Wie können wir ihn wiederentdecken? Wie können wir ihn wiederbeleben, wieder neu gebären?

Wenn ich mit den ZenhoflerInnen Zazen praktiziere, tun wir genau dies. Wir entdecken unsern menschlichen eigenen Geist. Wir sehen die Hindernisse, die uns fernhalten vom menschlichen Geist. Wir erfahren, die „Vitalität“ des tiefen Lebens. Wir tun unbekannte Lösungen auf. Wir entdecken Zusammenhänge. Z.B. Die in der wohl stehenden Gesellschaft verteilten Masken produzieren Müll und verbrauchen Ressourcen. Irgendwo kommen sie her. Unsere Medizin-Produkte irgendwo kommen sie her. Was verbrauchen wir ohne zu fragen, was es bedeutet? Was passiert mit unserem Wohl-stands-gesellschafts-müll?

Wenn wir praktizieren, schauen wir uns unseren Müll an, wir sehen, wie wir unsere Ressourcen verschwenden und nicht achtsam mit unserem Körper und Geist umgehen. Wenn jeder Mensch auf der Welt, immerhin über 7,8 Milliarden Menschen und wenn es auch nur für einen einzigen Augenblick wäre, einen gemeinsamen Atemzug gleichzeitig tun, würde dies die Menschheit in einem menschlichen Geist spüren können.

Es ist schon lange eine Idee von mir. Es wäre eine logistische Meisterleistung. Tatsächlich alle Menschen auf der Welt nur für eine einzige Minute an das Schönste in ihrem Leben denken zu lassen. Können wir uns wirklich vorstellen, was das mit uns macht? Können wir uns wirklich vorstellen, wie die Menschheit diese Nähe spüren könnte?

Kinder, Laufen, Mädchen, Glücklich, Menschen, Weiblich
Glück?

Ich glaube nicht, doch würde ich es gerne einmal ausprobieren. Im Zendo, wenn der Geist für einen kurzen Augenblick diesen Ruhepunkt erreicht, wo alle, die da sind, irgendwie gleich schwingen, dann ist da eine so unglaubliche Ruhe. Ich denke, es täte uns allen gut, diese Ruhepunkte erfahrbar zu machen von klein auf für eine Welt voller Menschlichkeit.

„Die Chinesen, welche von Weisheit mehr verstehen als irgendein Volk, bezeichnen den Weisen durch eine Kombination der Ideogramme für Wind und Blitz: weise sei nicht der abgeklärte alte Mann, welcher alle Illusion verlor, sondern der dem Wind gleich unaufhaltsam vorwärts stürmt und an keiner Station zu fassen ist; welcher dem Blitz gleich die Luft reinigt und, wo es gerade nottut, einschlägt.“ (Keyserling 1927, S. 45)

Die Schule der Weisheit möge sie uns alle erreichen. http://www.ipph-darmstadt.de/schule-der-weisheit/

Wirklichkeit und Wahrscheinlichkeit

Quantenmechanik, Physik, Atome, Atomphysik
Quantenmechanik, Berechnung von möglichen Atomaktivitäten bei einer Versuchsreihe

Als wir jetzt über Ostern eine Schweige-und Meditationswoche abhielten, kam mir ein Satz:

Menschlichkeit ist der Umgang mit den Dingen. Dinge sind dabei nicht nur sächlich gemeint, sondern wie der Japaner mit dem Wort „mono“ sagt, einfach alles, was es im ganzen Kosmos gibt.

Menschlichkeit ist der Umgang mit den Dingen. Was bedeutet das? Jeder Mensch tut etwas, auch wenn er nichts tut, tut er etwas, nämlich dieses „scheinbar“ Nichts. Doch, wenn wir ganz ehrlich zu uns selbst sind, gibt es keinen Menschen, der nicht irgendetwas tut. Das Tun sind so einfach Dinge wie Trinken und Essen, zur Toilette gehen und sich waschen. Gehen wir von den basalen Bedürfnissen des Menschen weiter, müssen Menschen, die essen und trinken wollen, etwas tun, so dass sie dies können. Also gibt es Felder, die bestellt werden mit Gemüse, Hopfen, Getreide, Kartoffeln, Reis, Kaffee, Kakao. Die Menschen stellen Tiere auf die Felder und lassen sie Gras fressen oder halten sie in Herden und treiben sie über das Land, was immer weniger wird auf unserem Globus.

Kirgisistan, Berge, Landschaft, Natur, Wolken, Himmel
Mongolei

Wir verarbeiten diese geernteten Rohprodukte zu kauffertigen Produkten. Vor ca. 60 Jahren gab es noch das Butterfass und die Milchkanne. Heute gibt es den Tetrapack. Wir Menschen haben also Maschinen entwickelt, die die Rohstoffe verarbeiten, einpacken. Wir haben Maschinen entwickelt, die diese Produkte liefern können. Wir Menschen haben Geld als Tauschmittel entwickelt, um nicht wie teils noch vor 100 Jahren, selbst ein Produkt anbieten zu müssen, um ein anderes zu erhalten.

Maschinenbau

Wir Menschen sind also sehr erfindungsreich im Umgang mit den Dingen. Was auf dem wirtschaftlichen Markt funktioniert, funktioniert auch im sozialen Bereich. Wie sieht dies aus? Wir Menschen stellen mittels Verfahren fest, dass es „normale“ Menschen gibt und „nicht normale“ Menschen. Diese „nicht normalen“ Menschen nennen wir behindert, alt oder psychisch krank, seit Freud, die Medizin um die Krankheiten der Seele erweiterte. Dies führt dazu, dass wir Menschen nun auch hier Dinge erschaffen, die diesen Menschen helfen. Den stark pflegebedürftigen Menschen schenken wir Häuser, in denen sie nach wissenschaftlichen Erkenntnissen gepflegt werden. Wir bauen Heime und Unterstützungssysteme auf. Um herauszufinden, was wir Menschen noch alles tun können, mit den Dingen/Menschen/Tieren/Pflanzen entwickelten sich Wissenschaften, die das erforschen.

Die Medizin lehrt uns den Umgang mit dem menschlichen Körper. Sie verspricht uns, ihn zu heilen. Während in den vorigen Jahrhunderten die meisten Menschen noch wussten, wie sie sich selber heilen können, haben sie nun dieses Tun abgegeben, ausgelagert. Heute sagen wir so schön „Outsourcing“.  Die Biologie klärte über unsere Entstehung auf. Nun gibt es keinen Klapperstorch mehr oder den göttlichen Willen in der Fortpflanzung, sondern die Zellen übernehmen diese Funktion. Dabei lagerten wir Menschen die Zellen unseres Körpers ebenfalls aus und wir entdeckten, was wir alles damit machen können. Wir können klonen. Wir können mit den Zellen außerhalb unseres Körpers Wachstum erzeugen. Wir können mit Zellen ein Organ füttern.

Vektor unterschiedlicher Menschen, die sich mit moderner Technologie auf der ganzen Welt verbinden - Lizenzfrei Anwerbung Vektorgrafik
Outsourcing – von der Putzfrau bis zum Produktionsteil

Die Physik erreichte in der Quantenphysik eine Größe, die über die Zellebene hinausgeht. Sie betrachtet die atomare Welt. Dabei erkannte sie, dass es Prozess in den Atomen gibt, die mit Begriffen wie Unschärfe, Wahrscheinlichkeiten, Korrelationen usw. bezeichnet wurden. Synthetische Lebensmittel und Medizin, die Atombombe entstanden.

p(A)   =     Zahl der günstigen Fälle  geteilt durch die Zahl der möglichen Fälle 
Einfache Wahrscheinlichkeit berechnen.

Menschlichkeit ist also der Umgang mit den Dingen. Und wie dieser kurze Abriss einen nur winzigen Ausschnitt unseres menschlichen Tuns zeigt, erschaffen wir permanent Dinge, bauen sie um, bauen neu, erfinden, erforschen und entdecken immer wieder Neues. Was tut der Mensch hier eigentlich? Ist dieses permanente Tun eine Wirklichkeit oder ist es eine unendliche Wirklichkeit?

Gehen wir von dem einfachen Wort Wirklichkeit aus, so können wir sagen, dass in dem Substantiv Wirklichkeit das Tu-Wort oder Verb „wirken“ steckt. Auf der Tu-Ebene ist der Umgang des Menschen mit den Dingen also ein Wirken. Wirken steht für Arbeiten, Fertigen, Ausführen, Verrichten, Vollbringen. Wirken steht ab dem 16 Jhd. für die tatsächliche Existenz, für die Realität. Es steigt auf in das Tun als ein Handeln, ein Erschaffen als ein Schöpfungsakt. Es entsteht der Gedanke der Kreativität.

Männliche Klempner arbeiten, um leckende Waschbecken in Home Badezimmer zu beheben - Lizenzfrei Klempner Stock-Foto
Wirkliche Arbeit

Dieses wirkliche Tun hat also immer etwas mit einer tatsächlichen Existenz eines tuenden Aktes zu tun. Wenn meine Finger hier über die Tastatur gleiten, ist der schöpferische Akt vielleicht diese Zeilen zu schreiben, aber der wirkliche Akt ist und bleibt die Berührung meiner Finger mit diesem Ding, dem wir den Namen Tastatur geben. Weiterhin Wirkliches ist an mir die Körperhaltung. Ich sitze auf einem Stuhl. Die beiden Füße berühren den Boden. Sie stehen flach auf. Meine Augen sehen etwas. Meine Ohren hören das feine Klicken der Tasten oder das leichte Brummen des Computers. Meine Zunge schmeckt vielleicht das zuletzt Gegessene oder Getrunkene. Mein Körper fühlt sich warm oder kalt an. Ich habe neben diesem, was ich da scheinbar auf der Bildfläche des Computers sehe, also noch wirkliche Existenz. Ich lebe.

Arbeit, Der Fischer, Seil, Netzwerk, Korb, Ocean
Wirkliche Existenz im Tun jetzt.

Doch, was passiert da auf dem Computerbildschirm. Ich sehe etwas, das wir als Buchstaben bezeichnen. Buchstaben sind ein langwieriger kultureller Aspekt. Über tausende von Jahren entwickelten sie sich durch das Tun der Menschen, indem sie ihre Zungen bewegten, feststellten, dass wir noch mehr Laute hervorbringen können als Ah oder Oh oder Uh. Wir bildeten Sprachen aus. Menschlichkeit zeichnet sich durch den Umgang mit den Dingen aus, auch dem Umgang mit dem menschlichen Potenzial Körper. Die Stimme als ein Instrument, als ein Produkt unseres Tuns, das wir nutzen und benutzen können.

D.h. die Worte, die sie jetzt hier lesen, sind abertausende von Erfahrungen von Zungen-, Mund-, Nase- und Atmungsbewegungen. Eines menschlichen Tuns. Was passiert nun aber hinter dieser Oberfläche eines Computers? Hinter dieser Oberfläche ist eine Maschine, deren Kontakte auf Strom/Energie angewiesen sind. Diese Stromkontakte setzten sich in Schalteraktivitäten um, die „an“ oder „aus“ heißen. Seitdem die digitale Technik auf dem Vormarsch ist, gibt es nur noch diese beiden Schalterstellungen. Die analoge Technik, die noch Zwischentöne und Spannungen ermöglichte, verliert immer mehr den Boden. Was bedeutet das für den menschlichen Umgang mit den Dingen?

Wir reduzieren uns scheinbar selbst. Wir verkleinern unsere Welt der Dinge, auch wenn wir glauben, wir hätten über die Digitalisierung unsere Welt vergrößert, weil wir können nun jederzeit nachschauen, wieviel Uhr in Südamerika ist. Wir können nachlesen, wieviel Tote weltweit es an Covid 19 gibt. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit dem Virus beläuft sich aktuell auf mehr als 3 Millionen. (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1103785/umfrage/mortalitaetsrate-des-coronavirus-nach-laendern/). Die Letalitätsrate zeigt das Verhältnis von Toten zu Infizierten an. Sie liegt derzeit weltweit bei 2,6 %. Wir lesen dies und halten dies für eine Wirklichkeit, wie die Buchstaben auf dem Bildschirm, die Bilder im Fernsehen oder die Monitoraufnahmen des Ultraschallbildes. Doch, was ist die Wirklichkeit wirklich? Ist sie so klein, dass sie in 0-1-Folgen gefasst werden kann? Jede Bibliothek der Welt gibt mehr Information als ein Netz aus 0-1-Folgen, das irgendjemand füttern muss. Jeder Mensch ist „uni-versell“, dass heißt alles, was möglich ist, spiegelt sich in ihm wieder. Was ist wirklich wirklich?

Schreibtisch, Computer, Bildschirme, Monitore
Eine Bildschirmwelt?
Fußgängerzone, Einkaufsstraße, Passanten, Belebt
Eine wirkliche Welt. Menschen bewegen sich. Sie gehen Wege.

Doch, was geschieht hier mit uns? Wir gleiten in eine Welt der Wahrscheinlichkeit ab. Leise und unbemerkt verliert der Mensch seinen menschlichen Umgang mit den Dingen. Die Welt geht in Zahlen auf. Diese Zahlen beruhen auf Berechnungen, die auf der Wahrscheinlichkeitsrechnung basieren. Wer sich ein wenig mit Mathematik auskennt, weiß, dass die Wahrscheinlichkeitsrechnung eine der merkwürdigsten mathematischen Größe ist, weil sie eben keine tatsächliche Existenz mehr beschreibt, sondern eben Angenommenes, eben Wahrscheinliches. Dabei wird uns Menschen erklärt, dass diese Wahrscheinlichkeiten der Realität sehr nah kommen. Doch, ist das wirklich so?

Menschlichkeit ist der Umgang mit den Dingen. Wenn wir unsere menschliche Welt auf Wahrscheinlichkeiten aufbauen, was passiert dann mit dem menschlichen Umgang mit den Dingen, die den Menschen auszeichnen?

Eine Meditierende verlor letzte Woche ihre Mutter. Sie verstarb. Sie steht mir gegenüber und sagt, dass dieses letzte Jahr einfach nur unmenschlich war. Warum? Weil sie hätte eine Maske getragen, hätte gut 2 m von ihrer im Rollstuhl sitzenden Mutter gestanden, die noch hinter einer Scheibe saß. Kommunikation? Menschlichkeit ist der Umgang mit den Dingen.

Wir produzieren in den letzten Monaten soviel Müll wie lange nicht. (https://www.br.de/nachrichten/bayern/volle-tonne-im-corona-lockdown-produzieren-wir-mehr-muell,SN8BL4L). Umwelt und Ökologie scheint in weite Ferne zu rücken. Ja, es fliegen weniger Flugzeuge, Autos fahren weniger, aber hier direkt vor unserer Haustür entstehen Berge von Müll durch Anlieferung von Dingen. Menschlichkeit ist der Umgang mit den Dingen. Wo ist jetzt der Gedanke einer Greta Thunberg hier im direkten wirklichen Tun?

Der Knopfdruck am Computer. So leicht. So einfach. Ein solcher Knopfdruck verwandelt sich in eine Wirklichkeit, die zum Beispiel darin besteht, dass unsere Hände und unsere Körper Müll entsorgen müssen. Die scheinbare saubere Welt dieser Maschine löst sich auf in Bergen von Müll, die nicht mehr scheinbar oder wahrscheinlich sind, sondern ganz wirklich. So wirklich wie das Absterben der Bäume durch den Borkenkäfer im Sauerland oder das Abholzen des tropischen Regenwaldes für Fleisch und Obst für die Exportländer, die auch Deutschland heißen.

Borkenkäferbefall im Sauerland. Ganze Landstriche verändern sich.

Die Welt der Wahrscheinlichkeit, die berechnet, dass so und so viele Menschen sich impfen lassen müssen, dann… Die Welt der Wahrscheinlichkeit, die mit Inzidenzen das Tun einer Politik begründen will, wobei die Inzidenz nichts Anderes ist als eine Zahl, die positive Tests auf 100 000 Einwohner angibt. Um diese Zahl nachweisen zu können, brauche wir Inzidenzen, also brauchen wir mehr Tests, also schaffen wir Regelungen, die uns Tests beschaffen und dann können wir wieder aufgrund dieser wahrscheinlichen Ergebnisse neu handeln. D.h. wir Menschen handeln schließlich nicht mehr nach wirklichem Geschehen, sondern befinden uns in einer Art „Fata morgana“, die alle Menschen für die wirkliche Welt halten, weil sie die wirkliche Welt nicht mehr kennen. Wo ist sie geblieben? Was ist die wirkliche Welt wirklich?

Die menschliche Berührung, die einen Säugling wachsen lässt. Das Anfassen eines Buches, einer Pflanze, eines Menschen verschwindet in den Tiefen von Wahrscheinlichkeiten, so dass das wirkliche lebendige Leben erlahmt. Wir Menschen bestimmen unsere eigene Menschlichkeit im Umgang mit den Dingen. Kinder, die keinerlei soziale Kontakte haben, die aus ihrem berührenden menschlichen Umfeld herausgerissen werden, entwickeln wie die Pädagogik und Psychologie erforscht hat, sog. Hospitalismus-Erscheinungen.

Wie äußern sich diese? „Verlangsamte Motorik, eine passive Grundstimmung bis hin zur Apathie,  eine erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten, aber auch Störungen der Wahrnehmung und beim Lernen“ (Stangl, 2021).

Ursachen sind unter anderem: Mangelnde oder fehlende emotionale Bindung und langfristiger Reizentzug. (https://www.gesundheits-fakten.de/hospitalismus/).  

Social Distancing!

Hospitalismus

Soziale, Distanz, Corona, Covid-19, Pandemie, Stempel

Hier stellt sich die Frage: Was leben wir seit nun mehr als einem Jahr? Wo sind unsere emotionalen Bindungen zu unserer sozialen Welt? Wo sind unsere Reize, wie Theater, Konzerte, Kino und Gemeinschaft? Sind wir auf den Weg eine hospitale Gesellschaft zu erschaffen, die in ihrem Endstadium nur noch apathische Bürger und Bürgerinnen kennt?

Erschaffen wir eine Welt, in der die Wahrscheinlichkeit in Form von 0-1-Ketten die Realität bilden, obwohl erst das handelnde Tun den Menschen menschlich sein lässt?  Menschlichkeit ist der Umgang mit den Dingen. Dieser ist so echt und wahrhaftig wie es kaum zu glauben ist. Menschlichkeit ist so bunt wie der Frühling. Er ist nicht schwarz weiß wie die Steinwelten in immer mehr Vorgärten uns vorgaukeln wollen, wo künstliche Schmetterlinge das wenige Grün zieren, während der wirkliche Schmetterling immer mehr verschwindet.

Vorgarten aus stein
Einseitige Vegetation. Ohne Leben.
Blühende Blumen im Vorgarten - Bild kaufen - 11077161 ...
Lebendigkeit. Buntheit des Lebens.

Wir sind die Menschen, die entscheiden, wie sie wirklich leben wollen. Lebendige Lebendige oder tote Lebendige? Wir Menschen sind „denkende Wesen“, so behaupten wir, dann sollten wir uns anstrengen, dieses Denken auch für die Welt und die Wirklichkeit einzusetzen, denn in einer wahrscheinlichen Welt verhungern und verdursten wir, weil niemand mehr das Gemüse pflanzt, niemand mehr die Maschine zum Ernten bedient, niemand mehr dafür sorgt, dass unser Trinkwasser sauber bleibt und dass unsere Fäkalien dorthin kommen, wo sie hingehören. Das ist Wirklichkeit. Das ist menschliches Wirken. Einen Computer, einen Mikrochip, eine Blockchain können wir nicht essen!

Wir Menschen sind menschlich im Umgang mit den Dingen. Schauen wir uns selbst bei unserem Tun zu und stellen uns die Frage im Angesicht des ganzen Geschehens von Welt: Ist das menschlich? Ist das sozial? Ist das pädagogisch? Ist das lebendig? Ist das emotional? Und die wichtigste Frage lautet: Was ist wirklich? Lasst uns immer wieder nach dieser Wirklichkeit schauen. Sie ist ein guter Leitfaden für ein lebendiges Leben.

Verwendete Literatur

Stangl, W. (2021). Stichwort: ‚Hospitalismus – Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik‘. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.

WWW: https://lexikon.stangl.eu/5541/hospitalismus (2021-04-21)

Brief an Angela Merkel

                                                                                                                                                            28. April 2020

Sehr geehrte Frau Angela Merkel,

Sie sind seit dem 22. November 2005 unsere Bundeskanzlerin. Sie sind eine gebildete Frau, von der ich hoffe, dass Sie dies nicht im Angesicht der vielen Jahre in einem Machtgefüge vergessen haben.

Wie Sie dem Briefkopf entnehmen, bin ich Philosophin, aber dies war ich nicht immer. Ich werde in diesem Jahr 60 Jahre alt. Ich habe als junge Frau von 18 Jahren den Beruf der Kinderkrankenschwester erlernt, arbeitete 12 Jahre in diesem Beruf, vor allem auf einer Frühgeborenen Intensivstation, d.h. ich weiß, wie es in Krankenhäusern zugeht. Über den zweiten Bildungsweg machte ich mit 32 Jahren Abitur und studierte auf Lehramt für die Sek I Mathematik, Ökotrophologie und Pädagogik. In meinem Lehrerberuf wurde ich noch Ausbilderin für Mathematiklehrer am Studienseminar. Auch diesen Beruf übte ich 12 Jahre aus. Eine Erkrankung führte dann zur Frühverrentung. Dennoch gab ich nicht auf. Ich nahm das Studium der Philosophie auf und promovierte 2018 an der Karls-Universität in Prag. Das heißt, Sie haben es hier mit einer Person zu tun, die ebenfalls gebildet ist. Diese Bildung erweiterte ich in den letzten 15 Jahren durch eine zen-buddhistische Praxis, die mich zusätzlich die Weisheit lehrte.

Daher erlaube ich mir die folgenden Worte. Es war einmal ein Land, in dem ein Mädchen groß wurde, das für Demokratie und Meinungsfreiheit stand. Es war einmal ein Land, in dem eine Frau ihren Berufsweg ging mit freier Entscheidungsmöglichkeit. Es war einmal ein Land, in dem eine Frau, die alt wurde auf etwas traf, dass sie in der Schule gelernt hatte und mit dem sie sich viele Jahre in Form von Büchern auseinandersetzte. Ihr Schwiegervater war Stalingradkämpfer gewesen und sieben Jahre in sibirischer Gefangenschaft. Sein Leben verdankte er dem spontanen Einsatz einer jüdischen Ärztin, die ihm Adrenalin in sein stillstehendes Herz spritzte. Durch ihn wusste sie von einem anderen Land.

Jetzt ist ein Land zu sehen, dass dem der Vergangenheit in der jungen Erwachsenenzeit meines Schwiegervater ähnelt. Es wurden Gesetze durch die Legislative gebracht, die es ermöglichen, den Bürgern des Landes etwas von ihrer Freiheit zu nehmen. Sie bekommen Verbote, und bei deren Nichteinhaltung wird die polizeiliche Gewalt benutzt und eine Bestrafung eingeführt.

Den Menschen wird wie eine Art Gehirnwäsche jeden Abend auf allen Kanälen im Fernsehen zur Hauptsendezeit eine Sondersendung zugemutet, die Berichte zeigt, die mit keinem einzigen Wort wissenschaftlich belegt sind. Wo sind die Forschungen der Wissenschaft der letzten 100 Jahre?

Die Soziologie erforschte, was mit Menschen passiert, die in Isolation leben; häusliche Gewalt, Suizid, Scheidungen. Die Pädagogik erforschte, was mit Kindern geschieht, wenn sie keinen Austausch zum Wachsen und Reifen in heterogenen Gruppen haben. Die Philosophie weist in vielfältiger Literatur auf Staatengebilde und deren Aussehen und Wirkungen hin. Die Psychologie erforschte Menschen, die keine Aufgabe mehr haben, die sich verlieren – Viktor Frankl ist da der Name, der hier gerade besonders passt. Dazu gehören Untersuchungen über Suizid-Raten und Hospitalismus. Die Ökologie weist auf die Folgen der Ausbeutung hin. Die Biologie (Maturana und Varella, Der Baum der Erkenntnis) weisen nach, dass nicht das Milieu die Zelle bestimmt, sondern die Zelle nimmt sich, was sie braucht. Wer ist jetzt diese Zelle, die sich nimmt? Wo sind diese wissenschaftlichen Erkenntnisse vom Menschen jetzt?

Die WHO legt folgende Definition für Gesundheit fest:

„Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“

Derzeit, wo wir alle eine besonders gute Gesundheit brauchen, wo die Angst vor Ansteckung wie ein Feind umherzieht, wird uns das körperliche Wohlergehen genommen (z.B. die Sportvereine und Fitnessstudio-Besucher/Innen), das geistige Wohlergehen (z.B. Theaterbesuch, Kino, Konzerte, Bibliotheken) und das soziale Wohlergehen (z.B. Vereinsbesuche, Nebenjobs als Kellner, Zimmermädchen, Kinderfrau, mit Freunden einen Restaurantbesuch, in Urlaub fahren…).

Was passiert hier? Ist die Antwort in einer digitalen Welt zu finden? Macht sich der Mensch selbst zu einer künstlichen Intelligenz? Geld brauchen wir nicht mehr. Es gibt ja Bitcoins. Notare und Ärzte brauchen wir nicht mehr. Es gibt ja Blockchain und die digitale Antwort auf alle Gesundheitsfragen. Wir brauchen auch kein Kino mehr, weil es gibt ja Stream und einen Anbieter dafür. Wir brauchen keine Konzerthalle mehr, weil es gibt ja Youtube. Ein Zukunftsszenario des Club of Rome für das Jahr 2052 legt folgendes auf der Seite 383 dar: „Erziehen sie ihre Kinder nicht zu Naturliebhabern. […] Wenn sie ihrem Kind beibringen, die Einsamkeit der unberührten Wildnis zu lieben, wird es etwas lieben, das es immer seltener geben wird. [Wenn ihr Kind das nächste Mal am Computer sitzt, sagen sie lieber nichts.]“

Wollen Sie eine derartige Welt? Jetzt scheint eine Entscheidung zu fallen. Hält uns die Angst vor der Fremdheit eines Virus in Griff, der bis jetzt – egal, wo die wirkliche Wissenschaft zu Wort kommt -, als nicht gefährlicher als andere Influenza-Viren eingestuft ist, so rutschen wir in eine Welt, die an die Zeit von 1930 erinnert.

Ich wurde 1960 geboren. Ich erlebte diese Zeit nicht. Jedoch die Arbeit in der Meditation lehrte mich die Schatten und das Licht des Menschen zu sehen. Derzeit finde ich es mehr als bedenklich, was hier gerade in diesem Land geschieht, in dem ich geboren wurde, in dem ich 60 Jahre in Freiheit lebte und in dem ich nun mit Freiheitsberaubung, Ausgehverbot und Versammlungsverbot sitze. Lautsprecher fuhren durch die Straßen und verboten das Hinausgehen. Klingelt es da bei Ihnen nicht? Sind Sie schon so weit von der Basis weg, von deren Existenzen jetzt tausende zu Grunde gehen. Statt Billionen in Sondergelder zu stecken, wäre, wenn es wirklich sinnvoll hätte sein sollen, dies ein Gesetz für die Grundsicherung gewesen. Wichtiger als ein Gesetz für die Ermöglichung von Versammlungsverbot und Ausgehverbot – Gesetze gegen unser Grundgesetz!

Wissen Sie eigentlich wie das ist, wenn Sie am Ende des Monats nicht mehr wissen, wie Sie ihr Brot bezahlen sollen? Wissen Sie eigentlich wie es ist, wenn Sie am Anfang des Monats nicht wissen, wie sie die Miete bezahlen sollen oder die Versicherung? Wissen Sie, dass es Frauen gibt, die drei oder vier Jobs haben, um über die Runden zu kommen? Sie nehmen diesen Menschen Ihr Leben. Selbst, wenn Sie alle Menschen finanziell unterstützen könnten – was Sie nicht können – fallen Tausende durch das Raster. Es bleibt die wissenschaftliche Erkenntnis im Raum stehen, dass der Mensch eine Aufgabe braucht.

Sie nehmen den Menschen derzeit nicht nur ihre existenzielle Grundlage, sondern auch die Menschliche. Dies klage ich an!

Ich erwarte von Ihnen als gebildete Frau, dass Sie sich Ihres eigenen Verstandes bedienen und diese grundgesetzverachtenden Gesetze so schnell wie möglich aufheben, dass Sie den Menschen ihre Menschlichkeit zurückgeben. Ein Mensch in Isolation ist manipulierbar und verachtet. Nur Menschen in einer Gemeinschaft haben Siege und Erneuerungen davongetragen. Die Wiedervereinigung vor 30 Jahren zeigt dies mehr als deutlich.

Stellen Sie sich die Fragen:

Wo wollen Sie leben?

Wie wollen Sie leben?

Was wollen Sie sein?

Wollen Sie wirklich den Schaden so vergrößern, dass die totalitäre Macht gewinnt?

Kennen Sie die Verlierer-Seite oder nur die Gewinner-Seite?

Von was lassen Sie sich manipulieren?

In diesem Sinne grüßt Sie eine gebildete und weise Frau, Philosophin und Zen-Lehrerin, die sich auf Ihre Antwort freut.

Mit freundlichen Grüßen