Montag, den 20. April 2020 „Fremdheit“

Vor ein paar Tagen hatte ich einen Traum. Hinter einer Tür hörte ich Frauen miteinander reden. Eine der Stimmen kannte ich gut. Es war meine Freundin. Irgendwann öffnete sich die Tür. Ich weiß nicht wie, aber sie war plötzlich im Raum. Sie stand dort von einer Helligkeit umgeben. Obwohl ich wusste, das ist meine Freundin, lag da auch so etwas Fremdes. Ich frage mich: Was überwindet Fremdheit?

Fremd? Ungewohnt? Bedeutung?

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Donnerstag, den 16. April 2020 „Von Gewohnheiten, die zur Realität werden“

Eines Tages verletzte sich ein Mann an seinem Bein. Er musste nun mit einer Krücke gehen.

Gehstock, Клюка, Stock, Unterstützung, Untauglich

Die Krücke war ihm sehr von Nutzen, sowohl beim Gehen als auch für andere Zwecke. Er brachte seiner ganzen Familie bei, Krücken zu benutzen, und sie wurden Bestandteil des täglichen Lebens. Jedermann wollte eine Krücke haben. Manche waren aus Elfenbein geschnitzt, andere mit Gold verziert.

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Samstag, den 11. April 2020, Ostersamstag, „Auf-er-stehung“

Das Wort „Auf-er-stehung“ ist in Zeiten von einem Virus, das eine Gesellschaft in Atem hält, denke ich, besonders angebracht. In der Praxis der Zazen-Meditation erleben wir „Auf-er-stehung“ hautnah. Atemzug für Atemzug kommt sie daher. Oftmals unbeachtet. Oftmals nicht freudig empfangen. Oftmals nicht gesehen. Oftmals nicht mit Dankbarkeit im Herzen freudig erwartet. Doch der Atemzug erlöscht und der Nächste steht auf.

Pferd, Kalt, Atem, Wild, Eis, Stimmung

Atemzug für Atemzug ist „Auf-er-stehung“ in uns, mit uns und durch uns. Ich freue mich darauf jedes Mal, wenn ich die Zazen-Praxis übe. Es ist ein großer Lehrmeister, denn der Atem ist so alt wie die Menschheit und wer weiß, wie alt wirklich?

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Dienstag, den 7. April 2020 „Eine Sufi-Geschichte vom Vertrauen“

Ein munterer sprudelnder Bach erreichte die Wüste und fand, daß er sie nicht überqueren konnte; seine Wasser versickerten zu schnell in dem feinen Sand. Laut sagte er: „Es ist meine Bestimmung, diese Wüste zu überqueren, aber ich sehe nicht, wie.“ […] In der verhüllten Sprache der Natur antwortete die Wüste: „Der Wind geht über die Wüste hin, das ist auch Dein Weg.“

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Geschichte von Idries Shah, Die Sufis
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Montag, den 6. April 2020 „Der klare Kopf“

Schädel, Kopf, Menschliche, Männlich, Mann, Menschen

In einem Buch der Zen-Lehrerin Blanche Hartman, Unbegrenzte Lebendigkeit fand ich folgenden Ausschnitt von den „›fünf Täglichen Erinnerungen‹ des Buddhas aus dem Upajjhatthana Sutra […] :

  • Es liegt in meiner Natur, alt zu werden. Es gibt keine Möglichkeit, dem Altwerden zu entgehen.
  • Es liegt in meiner Natur, krank zu werden. Es gibt keine Möglichkeit, dem Krankwerden zu entgehen.
  • Es liegt in meiner Natur, zu sterben. Es gibt keine Möglichkeit, dem Sterben zu entgehen.
  • Alles, was mir teuer ist, alles, was ich habe und alles, was ich liebe, ist seiner Natur nach veränderlich. Es gibt keine Möglichkeit, ihrem Verlust zu entgehen.
  • Meine Handlungen sind mein einziger wahrer Besitz. Ich kann die Auswirkungen meiner Handlungen nicht entgehen. Meine Handlungen sind der Boden, auf dem ich stehe.“
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Donnerstag, den 02.04.2020 „Was ist der Himmel?“

Gestern ging ich mit Manfred im Park Rosenau in Rödental spazieren. Wir schauten den schwarzen Schwänen auf dem See zu, die wohl zum ersten Mal seit drei Jahren wieder Junge aufziehen. Wir unterhielten uns darüber, dass die Menschen das schöne Wetter und auch wärmere Wetter wieder nutzen, um eine paar Schritte zu gehen. Es gibt ja viele Familien, die keinen eigenen Garten haben. Es gibt viele Menschen, die nicht einmal einen Balkon haben. Es gibt viele Menschen, die bei dieser Kälte draußen leben. Es gibt viele Dinge zwischen Himmel und Erde, die wir nicht kennen. Dazu gehört auch ein Virus mit Namen Corona, den wir genauso wenig kennen wie wir uns selbst. Wo fängt man an, etwas kennen zu lernen? Bei dem Anderen? Bei uns selbst?

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Sonntag, den 29. März 2020 „Ausgewogenheit“

Ich weiß nicht, das Thema „Gleichgewicht“ veränderte sich in mir noch in „Ausgewogenheit“. Wenn wir Zazen praktizieren, dann wünschen wir uns diese Ausgewogenheit. Wir wünschen uns den Zustand des stillen Ruhens in uns, bei dem alles aufhört laut zu sein, bei dem es nur noch still ist. So still, dass selbst der Atem Pausen macht, um die Stille nicht zu stören. Heute war ich mit Manfred, der übrigens das Buch „Zen – in der Kunst heil zu werden“ geschrieben hat –https://zen-und-heilung.de/zen-in-der-kunst-heil-zu-werden/, im ehemaligen Grenzort am Grünen Band in Görsdorf spazieren.

Görsdorf, Grüne Band
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